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  Subversive Dialoge im überwachten Raum /
Subversive Dialogues in Spaces under Surveillance
 
     
 
Visuelle Überwachung im öffentlichen Raum hat in den letzten Jahren stark zugenommen und ist in den Innenstädten Europas zu einer allgegenwärtigen Erscheinung geworden. Doch wie verändert die Präsenz des alles sehenden Auges das Verhalten des beobachteten Objekts, wird ein Sicherheitsbedürfnis erfüllt, oder entsteht das unbestimmte Gefühl der ungewollten Beobachtung?
 
     
 

Visual surveillance of public spaces has increased in the past years. CCTV has become a common sight in the central areas of cities in Europe. But how does the existence of the "all seeing eye" change the behaviour of the object under surveillance. Is it a feeling of security that is initiated by the cameras or are they percieved as an intrusion into privacy?

 
     
   
     
 

Meine Beschäftigung mit dem Thema begann 2004 mit dokumentarischen Fotoserien und inszenierten Videos, die die ambivalente Beziehung von Personen und Personengruppen zu Überwachung thematisieren. Entsteht durch die Anwesenheit von Überwachungskameras ein Gefühl der Sicherheit, oder ein Gefühl der ungewollten Beobachtung? Schaut sich eine Person die Bilder an, werden sie gespeichert und wozu werden sie verwendet?

Von diesen Fragestellungen ausgehend entwickeln sich Gedanken für Closed Circuit Videoinstallationen, die es dem Betrachter möglich machen, eben diese Distanz zwischen Aufnahmeort und Ort der Betrachtung zu überwinden und selbst sowohl als Akteur, als auch als Betrachter zu fungieren. So entsehen interaktive Begegnungsräume, die die Faszination mit dem eigenen Spiegelbild und die Kommunikationsbereitschaft mit dem Gegenüber nutzen.

Die Frage nach dem unsichtbaren Gegenüber, der Person am anderen Ende der Leitung, führt zu einer dokumentarischen Suche nach authentischen Geschichten und Interviews mit Überwachenden. Wie sehen Überwachende ihre Rolle als Beobachter, wo sind ihre Möglichkeiten einzugreifen und wann würden sie es tun? Diese Kommunikationen werden in späteren performativen Arbeiten im öffentlichen Raum wieder aufgenommen, wenn bewusst eine Reaktion provoziert wird.

Über die Möglichkeit, live auf Videobilder von Verkehrsüberwachungskameras aus dem Frankfurter Stadtraum über das Internet zugreifen zu können entstanden Ideen für performative Projekte. Die Kamera bildet eine Bühne, auf der sich Personen von passiven Beobachteten zu aktiven Gestaltern einer Interaktion entwickeln können. Der Gedanke die Projekte an die Orte der Überwachung - in den Stadtraum - zu tragen bildet die Grundlage weiterer Arbeiten, in denen Menschen im öffentlichen Raum auf Überwachung aufmerksam gemacht und zu aktivem Verhalten animiert werden.

Mit der eingehenden Beschäftigung mit dem Thema und dem Wissen über den Umfang und die Möglichkeiten moderner Überwachungstechnologien, die sich auch in Deutschland noch weiter ausbreiten werden, wächst das Verlangen aufklärend zu wirken. Gleichzeitig werden aber auch Möglichkeiten der Diskreditierung der Technologien und Strategien der Minderung ihrer Wirkung erprobt. Diese Suche nach subversiven Strategien, ebenso wie die Technik des Closed Circuit, ziehen sich als Konstanten durch die gezeigten Arbeiten.

My artistic work on the topic of surveillance started in 2004 with series of documentary photography and short videos that deal with the ambivalent relation of individuals and groups to surveillance: Do existing cameras provide a feeling of security or are they perceived as uninvited observation? Is there really somebody watching? Are the pictures recorded and what are they used for?

Initiated by these questions closed circuit video installations were developed that enable the viewer to negotiate the usual distance between camera and monitor. The audience is at the same time in the position of observer and observed and can – via the visual closed circuit – enter into a communication with other spectators. These interactive spaces of encounter take advantage of the spectator’s fascination with their own representation and their inclination to enter into communicative situations.

Initiated by these questions closed circuit video installations were developed that enable the viewer to negotiate the usual distance between camera and monitor. The audience is at the same time in the position of observer and observed and can – via the visual closed circuit – enter into a communication with other spectators. These interactive spaces of encounter take advantage of the spectator’s fascination with their own representation and their inclination to enter into communicative situations.

The increasing interest in the invisible other on the other end of the video connection lead to the quest for authentic stories and interviews with professional observers. How do they perceive their role as watchers? What are their options to react and when would they interfere? These questions are taken up again in performative works in public space which provoke a reaction from uninformed security staff.

The possibility to view live video footage of traffic surveillance cameras on the internet formed the background for performative projects. The camera offers a stage on which people can change roles: from passive observed persons to self-empowered individuals who actively
take part in an interaction. The idea to take the projects back to the zones under surveillance – into public space – forms the basis of further works in which the awareness of surveillance is raised and people are encouraged to behave actively and self-consciously towards the techniques.

While I was researching the topic and gaining greater knowledge on the possibilities and extent of modern surveillance technologies, my desire to raise consciousness concerning this matter grew. Possibilities of subverting and discrediting the technologies were explored. This quest for subversive strategies, as well as the closed circuit technique are reoccurring reference points in my artistic works.

 
     
     
   
     
     
   
     
     
   
     
     
 

Medienecho & Publikationen / Reviews & publications

Raul Gschrey: „Der typische Deutsche." In: Respektive - Zeitbuch für Gegenblicke 02/2011: Gewalt, Angst und Politik. 140-143. 2011.

Raul Gschrey: „Kompositfotografie. Zwischen Wissenschaftlicher Evidenzbehauptung und künstlerischer Subversion.“ In: U. Richtmeyer (Hrsg.): PhantomGesichter. Zur Sicherheit und Unsicherheit im Biometrischen Überwachungsbild. Paderborn: Wilhelm Fink, 2010 (in Vorbereitung).

Raul Gschrey: „Contemporary Closed Circuits – Subversive Dialogues. Artistic Strategies against Surveillance.“ In: Surveillance & Society Vol.7, No.2 (2010) Surveillance and New Media Art. Eds.: John McGrath, Robert Sweeny. 144-164.

"c_you. sichtbarkeit als sicherheit" Katalog zur Ausstellung im Rahmen des 15. Internationalen Symposiums zum Film zum Thema "Public Enemies" in Bremen 2010.

Dokumentation/Documentary: "SEE" (Apostolos Gaitanis):
English version on CURRENT TV
Greek version on TVXS

"Leuchtturm der Kunst"
Mainsign 4/2009

"Hochkarätiges aus heimischen Ateliers"
Offenbach Post 15.07.2009

SWR Fernsehen RP
Landesart
Samstag, 13.06.2009, 19.15 - 19.45

K4 - Lokalsender Kabel Rheinland-Pfalz
15.-21.06.2009 Abends

„Augen auf – Überwachung!“
STUZ Nr. 113, Juni 2009 von Elena Skarke

Zollhafen ist unter Beobachtung - Kultursommerprojekt "All Eyes On You" behandelt das Thema Überwachung
Mainzer Rhein-Zeitung vom 03.06.2009

Unter Beobachtung - Kunstprojekt zu Videoüberwachung
Mainzer Allgemeine Zeitung vom 03.06.2009

Kunstausstellung „All eyes on you“ zum Thema Überwachung in Mainz
online: 05.06.09

PhantomGesichter – Teil 2 – Nadja Ben Khelifa, www.e-politik.de, 03.07.2009

PhantomGesichter – Teil 1 – Nadja Ben Khelifa, www.e-politik.de, 12.06.2009

KUNST: Der Durchschnitts-Politiker - Tagung und Ausstellung „Phantom-Gesichter“ illustriert biometrische Bilder.
Märkische Allgemeine Zeitung, 13.03.2009

“PhantomGesichter”: Die FH Potsdam lädt zur öffentlichen Tagung
Redaktion Readers Edition 27.02.2009

Kunst und Vorträge zu biometrischen Bildern
wissenschafts-news 04.03.2009

a-journal 28, Februar 2009

C-RadaR 04.12.08 23.00-2.00

scan again

arranca! 39, Winter 08/09

x-wie raus (radio-x)

 
     
     
   
     
     
  Künstlerische Magisterarbeit / Artistic Master Thesis  
     
 

Das Ausstellungsprojekt entstand als künstlerische Magisterarbeit im Fach Kunstpädagogik an der Goethe Universität Frankfurt am Main bei Prof. Jochen Fischer. Die Ausstellung entwickelt sich aber sukzessive weiter und reagiert auf die Orte an denen sie gezeigt wird.

Bereits realisierte Arbeiten zum Thema wurden unter anderem zur Abschlussausstellung Hauptklasse Neue Medien bei Prof. Dr. Birgit Richard, zur Abschlussausstellung Hauptklasse Plastik bei Prof. Jochen Fischer, in der Galerie der Stadt Sindelfingen, in der Basementizid Galerie Heilbronn, der Visionale 2006 und auf der Luminale 2008 gezeigt.


04.05. - 21.06.2012 city scapes at CWO, city watch office of sandip shah, atelier frankfurt

17. - 19.11.2011 Little Sisters curated exhibition at the BritCult conference: "Big Brother is Watching You (Again)" gutenberg university mainz

01.06. - 21.08.2011 art in conflict - TYÖVÄENMUSEO WERSTAS / labour museum tampere, finland

13.05.-03.06.2011 "grosstadt en miniature" projektraum EI, dahlbergstrasse 54, aschaffenburg

06.05.2011 "go west" tewes gelände, frankfurt gallus.

19.11.-16.12.2010 CWO - city watch office by sandip shah. atelier frankfurt, pförtnerloge hohenstaufenstr. 13-25, frankfurt.

17.09. - 28.11.2010 intercool 3.0 - exhibition during European Cultural Capital Ruhr 2010.

30.10.10 "CCC at GIGUK", film festival in Gießen.

13.04.-15.04.10 Teilnahme an der Konferenz / participation at the conference - City University London.

21.01.10 - 28.02.09 "c_you. sichtbarkeit als sicherheit" 15th international symposion on film"public enemies" in Bremen, Kino 46, Waller Heerstrasse 46.

25.-27.12.09 "shape of the letter X" [skeips] Kaiser & Cream, Frankfurt/Main

04.09.-27.09.09 "the city loves you" Kunstverein Familie Montez, Breite Gasse 24, Frankfurt/Main

25.06.-18.07.09 EVO Kunstpreis, Galerie im Turm, Offenbach/Main. The EVO-laureates present their work.

04.-20.06.09 "all eyes on you" Eine multimediale Ausstellung zur alltäglichen Überwachung mit Arbeiten von Raul Gschrey. A multimedia exhibition on the practices of everyday surveillance. Mainz, Kultursommer Rheinland-Pfalz, Altes Weinlager, Zollhafen. Exhibition, Films and Poetry Slam.

23.-25.04.09 "v_kunst", Gallerien Fahrgasse, Frankfurt

25.04.09 "Nacht der Museen" spez.lab im Museum für Kommunikation Frankfurt

21.04.09 "Theatre-Border" Interdiscipilary Conference in Berlin. Paper on "Performing in Public Space" together with Dr. Dietmar Kammerer.

12.-14.03.09 "Phantomgesichter". Ausstellung zur öffentlichen, interdisziplinären Konferenz zu biometrischen Bildern an der Universität Potsdam / Exhibition during the interdiscipliary conference on biometric pictures at the University of Potsdam.

21.11.-29.11.08 "bewegungsspielraum" on tour with daturah Frankreich, Belgien & Schweiz (Reims, Antwerpen, Aalst, Lille, Poitiers, Bordeaux, Toulouse, Lyon & Chaux-de-Fonds)

21.11.-23.11.08 Visionale 2008 Hessischen-Jugend-Medien Festival in Frankfurt

4.11. - 8.11.2008 Ausstellungshalle der Goethe Universität Frankfurt, Sophienstrasse 1-3, Bockenheimer Anlage, Ecke Sophienstrasse. Eröffnung Di. 19.00, Mi-Fr. 15.00-20.00, Finissage Sa. 20.00. Live: ayefore, the water safety & voyage ecoute akustik...

Die Ausstellung soll als Wanderausstellung in verschiedenen europäischen Städten gezeigt werden. Wenn Sie Interesse haben eine "Station" auszurichten oder behilflich zu sein, dann kontaktieren Sie mich bitte.

The exhibition is going to tour European cities . If you are interested in hosting the exhibition, please contact me.

 
     
     
   
     
     
 

 

Download [pdf] des zur Ausstellung entstandenen Katalogs. / Download the exhibition catalogue (new German/ English version)

 
 
 
     
   
     
     
 

Raul Gschrey
*18.04.81 in Frankfurt am Main
raul [at] pro-ton.net
www.gschrey.org


 
   
 
 

Studiert Anglistik und Kunstpädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt. Organisiert und konzipiert Ausstellungen, Lesungen und Konzerte im Rhein-Main Gebiet. Mitgliedschaften: pro-these & Spez. Lab. 6 – Künstlergruppen, projektionsareal – Medienkünstler, associate member of LX5 – European Cultural Capital Luxemburg, wb-jung – Deutscher Werkbund Hessen.

Schwerpunkt meiner Installationen, Objekte und Aktionen ist der Umgang mit Erinnerung und dokumentarischem Material und die Reaktion auf gesellschaftspolitische Phänomene. Bei Ausstellungen entstehen durch die Variation des Grundmaterials immer neue Erfahrungen, die Arbeiten werden ständig neu geschaffen und rezipiert und der Betrachter kann durch Interaktionsmöglichkeiten selbst zum gestaltenden Teil der Arbeit werden.

Ausgewählte Ausstellungsbeteilligungen / list of exhibitions:
04/2005 coolhunters - ZKM, Karlsruhe
11/2005 frankfurt...stuttgart...montevideo - Academia de Bellas Artes, Montevideo/Uruguay
06/2006 transaktion 1554 - Galerie der Stadt Sindelfingen
09/2006 cctv - basementizid kunst cellar - mobilat, Heilbronn
11/2006 visionale06 - hessisches jugend-medien-festival, Frankfurt
01/2007 interdependenzen - E-Werk, Freiburg
03/2007 Container/Contenedor - Historisches Museum Frankfurt
07/2007 passages - Luxemburg Kulturhauptstadt 2007, Luxemburg
04/2008 Black & White - Universidade Catolica, Porto/Portugal
05/2008 bent festival - Mineapolis/USA
05/2008 begegnungen & abschiede - Ausstellung zu Palliativkongress, Wiesbaden
09/2009 the city loves you - Kunstverein Familie Montez, Frankfurt
03/2010 beyond borders - Goldsmith College, London/UK
03/2010 border reverb - Clandestino Festival, Gothenburg/Sweden

Weitere Infos zu anderen Projekten auf: / Further info on other projects on: www.gschrey.org

 
     
 

 

 
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––––CCTV––––Contemporary Closed Circuits––––Künstlerische Arbeiten zum Thema Überwachung––––Raul Gschrey––––